Wann hast du zuletzt etwas gemacht, das dich wirklich erfüllt?

Wann hast du zuletzt etwas gemacht, das dich wirklich erfüllt?
- 22.08.2026
- 7 Minuten Lesezeit
Es gibt Momente im Leben, bei denen du tief in dir spürst:
Genau das ist richtig.
Nicht, weil dir jemand dazu gratuliert. Nicht, weil eine Excel-Tabelle sagt, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist. Und auch nicht, weil du vorher genau weißt, was danach kommt.
Es fühlt sich einfach richtig an.
So einen Moment hatte ich vor wenigen Wochen.
Und das Verrückte daran: Ich habe nichts Neues begonnen.
Ich habe etwas beendet.
Wir haben bei Lehmüse nach vielen Jahren beschlossen, unser tägliches Mittagessen einzustellen.
Was von außen vielleicht wie eine reine unternehmerische Entscheidung aussieht, hat in mir viel mehr ausgelöst.
Es war das Loslassen von etwas, das lange zu uns gehört hatte.
Und plötzlich war da wieder Raum.
Am Anfang war Loslassen überhaupt nicht leicht
Bevor die Entscheidung gefallen war, gab es diesen klassischen Kampf im Kopf.
Vielleicht behalten wir wenigstens die großen Kunden.
Vielleicht machen wir doch noch zwei oder drei Tage Mittagessen.
Vielleicht entwickeln wir daraus einen Firmen-Lunch.
Vielleicht lässt sich irgendwie alles miteinander verbinden.
Dieses berühmte:
„Irgendwie bekommen wir das schon noch mit unter.“
Je näher der letzte Tag allerdings rückte, desto stärker wurde etwas anderes.
Vorfreude.
Ich merkte: Ich wollte diesen neuen Abschnitt.
Und als der Tag schließlich da war, fühlte es sich tatsächlich wie ein kleiner Neuanfang an.
Am ersten Tag danach wurde ausgeräumt, sortiert und aufgeräumt.
Eigentlich nichts Spektakuläres.
Und trotzdem fühlte sich plötzlich alles anders an.
Leichter.
Freier.
Ruhiger.
Fast so, als hätten wir etwas vollkommen Neues geschaffen – obwohl wir eigentlich nur etwas losgelassen hatten.
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht
Erst danach wurde mir bewusst, wie sehr uns dieser tägliche Ablauf beschäftigt hatte.
Kochen.
Bis spätestens 9 Uhr musste alles fertig sein.
Ab 9:30 Uhr wurde gepackt.
Dazwischen Bestellungen prüfen, Änderungen bearbeiten, Stornierungen eintragen – besonders montags immer wieder ein beliebtes Thema. 😉
Allein mit diesen kleinen organisatorischen Dingen gingen jeden Tag schnell 30 bis 45 Minuten verloren.
Und das war nur ein kleiner Teil.
Parallel liefen Fingerfood, Foodboxen, Catering, Einkäufe, Personal, Kundenanfragen und alles, was ein Unternehmen eben noch so mit sich bringt.
Man funktioniert.
Und genau das ist wahrscheinlich das gefährliche Wort:
Man funktioniert.
Denn funktionieren kann man erstaunlich lange.
Bis man irgendwann gar nicht mehr merkt, wie voll der eigene Kopf eigentlich geworden ist.
Nach dem Ende des Mittagessens passierte etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte.
Das E-Mail-Postfach war morgens plötzlich ruhig.
Keine Änderungen.
Keine kurzfristigen Stornierungen.
Keine Fragen zur heutigen Lieferung.
Es hatte Pause.
Und ich irgendwie auch.
Für uns beide fühlte es sich ein bisschen wie Urlaub an.
Plötzlich ist wieder Zeit für die kleinen Dinge
Diese neue Energie können wir jetzt komplett in das stecken, worauf wir uns bei Lehmüse konzentrieren wollen:
Fingerfood, Foodboxen und Catering.
Und plötzlich ist wieder Zeit für Dinge, die auf den ersten Blick vollkommen nebensächlich erscheinen.
Hier ein bisschen Rucola.
Dort ein paar Sprossen.
Ein Stück Obst.
Eine Kleinigkeit auf dem Buffet noch einmal anders stellen.
Ein Schritt zurück.
Anschauen.
Noch einmal verändern.
Genau diese Details sind es am Ende aber, die einen Unterschied machen.
Ich habe gestern Abend bei einem Geburtstag in Dresden wieder ein Fingerfood-Buffet aufgebaut.
Als alles fertig war, stand ich davor und dachte:
Genau das macht mir Freude.
Nicht möglichst schnell fertig werden.
Nicht den nächsten Punkt abhaken.
Sondern etwas mit den eigenen Händen entstehen lassen und zu wissen, dass gleich Menschen davorstehen, miteinander feiern, essen, lachen und einen schönen Abend verbringen.
Vielleicht ist genau das Erfüllung.
Nicht immer das ganz Große.
Sondern diese kleinen Momente, bei denen man plötzlich wieder merkt:
Hier bin ich gerade richtig.
Wenn im Leben keine Luft mehr zum Atmen bleibt
Eigentlich ist es im Leben nicht anders.
Wenn du so viele Dinge hast, die dich beschäftigen, dass keine Luft mehr dazwischen bleibt, dann funktionierst du irgendwann nur noch.
Hauptsache irgendwie alles unter einen Hut bekommen.
Arbeit.
Familie.
Termine.
Handy.
Freunde.
Verpflichtungen.
Sport.
Einkaufen.
Nachrichten.
WhatsApp.
Und natürlich soll am besten nichts davon zu kurz kommen.
Einfach einmal die Füße hochlegen?
Eine große Runde spazieren?
Zwei Stunden überhaupt nichts machen?
Für manche Menschen klingt das inzwischen fast nach Luxus.
Dabei sind es manchmal genau diese Dinge, die uns wieder Leben einhauchen.
Weil in diesen ruhigen Momenten plötzlich Fragen auftauchen, für die vorher überhaupt kein Platz war.
Was möchte ich eigentlich?
Was gibt mir Kraft?
Was mache ich nur noch, weil ich es schon immer gemacht habe?
Und vielleicht die wichtigste Frage:
Wie möchte ich die kurze Zeit verbringen, die ich auf diesem Planeten habe?
Ich kenne dieses Hamsterrad ziemlich gut
Wenn ich ungefähr zehn Jahre zurückdenke, sah mein Leben völlig anders aus – und gleichzeitig erschreckend ähnlich.
40 Stunden öffentlicher Dienst.
Eine Arbeit, die mich eher gelangweilt als gefordert hat.
Nebenbei noch zusätzlich arbeiten, damit etwas mehr Geld da war und man sich auch mal einen Urlaub leisten konnte.
Fußball.
Freunde.
Wochenenden.
Termine.
Familie.
Kinder abholen.
Einkaufen.
Kochen.
Sport sollte natürlich auch noch irgendwo dazwischenpassen.
Und für die Kurve wollte ich sowieso alles geben und möglichst keine Veranstaltung verpassen.
Immer unterwegs.
Immer beschäftigt.
Immer irgendwo gebraucht.
Aber innerlich?
Du rennst und rennst – ohne wirklich irgendwo anzukommen.
Und das kostet Kraft.
Vor allem nimmt es dir irgendwann die Möglichkeit, überhaupt noch zu hören, was in dir passiert.
Manchmal hast du einen Geistesblitz.
Eine Idee.
Einen Gedanken.
Etwas fühlt sich plötzlich richtig an.
Und fünf Minuten später blinkt wieder das Handy.
Die nächste Nachricht.
Die nächste WhatsApp-Gruppe.
Der nächste Termin.
Und schon bist du zurück.
Zurück im Hamsterrad.
Das Leben schickt uns meistens vorher Signale
Veränderung kommt selten vollkommen ohne Vorwarnung.
Meistens gibt es vorher Signale.
Im Unternehmen genauso wie im privaten Leben.
Unzufriedenheit.
Streit.
Erschöpfung.
Gesundheitliche Warnzeichen.
Eine Beziehung, die sich verändert.
Eine Arbeit, die keinen Sinn mehr ergibt.
Das Gefühl, morgens aufzuwachen und sich schon auf den Abend zu freuen.
Oder dieser eine Gedanke, der immer wieder auftaucht:
So möchte ich eigentlich nicht weitermachen.
Wir ignorieren solche Signale gern.
Weil Veränderung unbequem ist.
Weil das Bekannte Sicherheit gibt.
Und weil wir immer noch glauben:
Vielleicht wird es nächste Woche besser.
Vielleicht nächsten Monat.
Vielleicht nach dem Urlaub.
Vielleicht nächstes Jahr.
Manchmal braucht es dann leider erst einen Moment, der uns wirklich zwingt, stehenzubleiben.
Dabei muss es gar nicht so weit kommen.
Vielleicht sollten wir lernen, früher hinzuschauen.
Bei Lehmüse war das Mittagessen irgendwann genau so ein Signal.
Es passte nicht mehr zu dem Unternehmen, das wir werden wollten.
Es band unglaublich viele Ressourcen.
Es nahm Energie.
Und trotzdem haben wir lange darüber nachgedacht, wie wir es vielleicht doch noch irgendwie retten können.
Bis wir verstanden haben:
Es musste gar nicht gerettet werden.
Wir mussten es loslassen.
Wo darf in deinem Leben wieder mehr Raum entstehen?
Albert Einstein schrieb einmal sinngemäß über Menschen und Fahrräder: Nur wenn sie sich bewegen, können sie ihre Balance halten.
Ich mag diesen Gedanken.
Denn Balance bedeutet vielleicht gar nicht, irgendwann den perfekten Zustand erreicht zu haben.
Balance bedeutet Bewegung.
Veränderung.
Anpassen.
Loslassen.
Neu anfangen.
Deshalb vielleicht heute einmal eine kleine Einladung an dich:
Mach eine Bestandsaufnahme.
Nicht von deinem Konto.
Nicht von deinem Unternehmen.
Nicht von deiner Karriere.
Von deinem Leben.
Was tut dir gut?
Was gibt dir Energie?
Was kostet dich jeden Tag Kraft?
Welche Dinge machst du nur noch aus Gewohnheit?
Und wo würdest du gern wieder etwas mehr Raum schaffen?
Du musst dafür nicht morgen kündigen, dein Unternehmen verkaufen oder dein komplettes Leben auf den Kopf stellen.
Manchmal beginnt Veränderung viel kleiner.
Mit einem Nein.
Mit einem freien Nachmittag.
Mit dem ausgeschalteten Handy.
Mit einem Spaziergang.
Oder mit der Entscheidung, etwas nicht mehr zu tun, nur weil man es die vergangenen zehn Jahre getan hat.
Für mich war das Ende unseres Mittagessens genau so eine Entscheidung.
Wir haben etwas beendet.
Und dadurch plötzlich unglaublich viel Neues begonnen.
Mehr Ruhe.
Mehr Kreativität.
Mehr Konzentration.
Mehr Freude an den Details.
Und vor allem:
mehr Raum für das, was sich richtig anfühlt.
Vielleicht beginnt Veränderung deshalb gar nicht immer damit, etwas Neues hinzuzufügen.
Vielleicht beginnt sie manchmal damit, endlich etwas loszulassen.
Und wenn du die Welt um dich herum verändern möchtest, dann lohnt sich ein Blick auf den Menschen, mit dem jede Veränderung beginnt:
den Menschen, den du jeden Morgen im Spiegel siehst.
Ein neuer Abschnitt bei Lehmüse ❤️
Auch bei uns geht dieser neue Abschnitt gerade erst richtig los.
Wir konzentrieren uns mit voller Energie auf Fingerfood Catering in Dresden, Foodboxen sowie individuelles Catering für Firmen, Geburtstage und Veranstaltungen.
Die ersten saisonalen Angebote für unser Oktoberfest-Fingerfood können bereits bestellt werden – und auch Weihnachten rückt schneller näher, als man im August manchmal glauben möchte. 🎄
Aber noch wichtiger als all das ist für mich gerade dieses Gefühl:
Wir gehen wieder unseren eigenen Weg.
Und ich freue mich sehr darauf zu sehen, wohin er uns führt.
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