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Zwei Abende, zwei Bühnen und der Weg zurück zu mir

Zwei Abende, zwei Bühnen und der Weg zurück zu mir

Vom Marienschacht Bannewitz bis in die Herkuleskeule – über Dynamo Dresden, persönliche Brüche, Vertrauen und die Frage, was uns im Leben wirklich guttut.

Manchmal liegen nur wenige Tage zwischen zwei Veranstaltungen – und trotzdem öffnen sich dabei ganz unterschiedliche Räume. Am 15. September durfte ich beim Wirtschaftsrat Dynamo Dresden e. V. im Marienschacht Bannewitz sprechen. Sechs Tage später saß ich beim Schäferstündchen in der Herkuleskeule im Kulturpalast Dresden auf der Bühne. Zwei Abende, zweimal rund 70 Gäste und zwei vollkommen unterschiedliche Formate. Was beide miteinander verbunden hat, waren Offenheit, ehrliches Interesse und die Bereitschaft, nicht nur auf das Sichtbare zu schauen.

Für mich waren diese beiden Abende mehr als Termine in einem Kalender. Sie haben mir erneut gezeigt, wie wertvoll echte Begegnungen sind. Denn hinter jeder Lebensgeschichte verbergen sich Erfahrungen, Zweifel, Umwege und Entscheidungen, die von außen oft niemand sieht.

Ein besonderer Abend im Marienschacht Bannewitz

Der Wirtschaftsrat Dynamo Dresden e. V. hatte am 15. September in den Marienschacht Bannewitz eingeladen. Unter den rund 70 geladenen Gästen waren zahlreiche Sponsoren und Vertreter aus dem Umfeld von Dynamo Dresden – unter anderem aus dem Verein, dem Aufsichtsrat und dem Nachwuchsleistungszentrum. Auch der Präsident war an diesem Abend vor Ort.

Für Lehmüse war dieser Abend etwas Besonderes. Wir durften unser Fingerfood in einem außergewöhnlichen Ambiente präsentieren und den kulinarischen Rahmen der Veranstaltung gestalten. Schon der Aufbau an diesem geschichtsträchtigen Ort war für uns ein kleines Highlight. Zu sehen, wie aus vielen einzelnen, von Hand vorbereiteten Komponenten ein stimmiges Gesamtbild entsteht, erfüllt mich immer wieder mit Freude und Dankbarkeit.

Anschließend durfte ich über 90 Minuten sprechen. Nicht mit einer PowerPoint-Präsentation und auch nicht mit einem ausformulierten Manuskript. Ich spreche frei, orientiere mich an einem roten Faden und nutze höchstens einen alten Flipchart und ein paar Buntstifte. Künstlerisch ist das sicher noch ausbaufähig – aber darum geht es auch nicht. Es geht um Nähe, Ehrlichkeit und darum, dass zwischen den Menschen im Raum etwas entstehen darf.

Wenn eine Rolle das ganze Leben einnimmt

In meinem Vortrag ging es um fast zwei Jahrzehnte Dynamo Dresden und darum, wie viel Raum der Fußball in meinem Leben eingenommen hatte. Irgendwann gab es kaum noch etwas anderes. Die Rolle als Capo, die Verantwortung, die Emotionen, die ständige Anspannung und das Leben im Außen waren nicht nur ein Teil meines Alltags – sie bestimmten meine Identität.

Doch was geschieht, wenn eine Rolle endet, die zuvor fast alles ausgefüllt hat? Was bleibt, wenn der Lärm leiser wird und der Applaus ausbleibt?

Nach meinem Rückzug musste ich nicht nur einen Abschied bewältigen. Es folgten persönliche Niederlagen, Enttäuschungen und der Zusammenbruch eines inneren Systems, das lange funktioniert zu haben schien. Vertrauen war dabei ein zentrales Thema: das Vertrauen in mich selbst, aber auch die Vertrauensbasis zu meiner Familie und zu anderen Menschen.

Es hat etwa sechs Jahre gedauert, wieder wirklich bei mir anzukommen. Sechs Jahre, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was mir guttut, was ich brauche und in welche Richtung mein Leben gehen soll. Das war kein gerader Weg. Es gab keine schnelle Methode und keine fertige Anleitung. Es war ein Prozess aus Hinschauen, Verantwortung übernehmen, Ausprobieren und immer wieder neu entscheiden.

Genau darüber habe ich im Marienschacht gesprochen. Der Abend wurde sehr intensiv. In den Gesprächen danach wurden viele Parallelen sichtbar. Menschen erzählten mir von ihren eigenen Rollen, ihren Umbrüchen und den Fragen, die sie schon lange mit sich tragen. Manche Gedanken waren ihnen vertraut, andere hatten sie aus dieser Perspektive noch nie betrachtet. Auch für mich persönlich war es einer meiner stärksten Vorträge, weil der rote Faden klarer war und trotzdem genügend Raum für das entstand, was sich im Moment zeigte.

 

Sechs Tage später in der Herkuleskeule

Am 21. September folgte das Schäferstündchen in der Herkuleskeule. Wieder waren etwa 70 Menschen dabei, doch die Atmosphäre und das Format waren ganz anders: familiär, nahbar und im Charakter eines langen Interviews. Gemeinsam mit Alexander G. Schäfer entstand ein Gespräch, das sich über zwei intensive Stunden entwickelte.

Natürlich spielte meine Zeit als Capo von Dynamo Dresden eine große Rolle. Es kamen spannende Fragen auf, die ich aus dieser Perspektive selbst noch nicht betrachtet hatte. Genau das macht ein gutes Gespräch aus: Es bestätigt nicht nur das, was man ohnehin weiß, sondern öffnet neue Blickwinkel.

Alte Videosequenzen ließen frühere Momente noch einmal lebendig werden. Gleichzeitig ging es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Entwicklung danach: vom Zaun in der Fankurve über den Aufbau eines Unternehmens bis hin zu Yoga, Selbstführung, innerer Klarheit und meiner heutigen Arbeit als Speaker.

Ich habe diesen Abend als sehr herzlich und inspirierend erlebt. Dafür bin ich Alexander G. Schäfer, dem Team der Herkuleskeule und allen Gästen sehr dankbar.

Keine fertigen Antworten aber ehrliche Erfahrungen

Meine Vorträge sollen niemandem erklären, wie er zu leben hat. Ich habe keine allgemeingültige Anleitung und verteile keine fertigen Antworten. Was ich teilen kann, sind meine Erfahrungen: die lauten Jahre, die Brüche, die Fehlentscheidungen und die Schritte, die mich langsam wieder näher zu mir selbst gebracht haben.

Dabei geht es um Fragen, die im Alltag häufig zu spät gestellt werden: Wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um? Was gibt mir Kraft? Was raubt mir Energie? Welche Rolle spiele ich schon so lange, dass ich sie mit meiner eigenen Identität verwechsle? Und was würde passieren, wenn ich mir wieder selbst vertraue?

Diese Themen beschäftigen nicht nur Einzelpersonen. Sie spielen auch in Unternehmen, bei Gesundheitstagen, in Führungskräfteteams und in Veränderungsprozessen eine wichtige Rolle. Selbstführung beginnt dort, wo wir ehrlich wahrnehmen, was in uns geschieht – und bereit sind, Verantwortung für den nächsten Schritt zu übernehmen.

 

Die letzten öffentlichen Termine 2026

In diesem Jahr gibt es noch drei öffentliche Möglichkeiten, meinen Vortrag „Von der Fankurve auf die Yogamatte“ live zu erleben:

2. Oktober 2026 – Rathaus Zwickau: Impuls-Event im Bürgersaal, veranstaltet von Krauß Event. Einlass ist um 17:30 Uhr, Beginn um 18:30 Uhr. Informationen und Tickets bei Krauß Event

30. Oktober 2026 – Drescherhäuser Dresden: 90 Minuten Vortrag mit anschließender persönlicher Fragerunde. Für diesen Abend sind nur noch wenige Tickets verfügbar. Tickets für den Vortrag in Dresden

6. November 2026 – Impact Hub Dresden: Ein Erlebnisabend mit Vortrag, persönlicher Fragerunde, Fingerfood von Lehmüse und Getränken. Aktuell sind noch Plätze verfügbar. Tickets für Vortrag und Fingerfood

Die übrigen Termine in diesem Jahr finden überwiegend in Unternehmen statt. Besonders freue ich mich auf Vorträge und Gesundheitstage, bei denen wir uns mit Selbstführung, persönlichen Grenzen, Energie und einem bewussteren Umgang mit uns selbst beschäftigen.

 

Ein Wochenende ohne den Lärm im Außen

Vom 16. bis 18. April 2027 gehen wir mit dem Retreat „Perspektivwechsel – Wer bin ich eigentlich?“ noch einmal tiefer. Im Refugium Lauta nehmen wir uns mit höchstens zehn Menschen ein ganzes Wochenende Zeit – ohne den üblichen Druck, ohne dauernde Erreichbarkeit und möglichst ohne die vielen Triggerpunkte aus dem Außen.

Es geht nicht darum, in wenigen Tagen ein anderer Mensch zu werden. Es geht darum, wieder wahrzunehmen, was längst da ist. Wir verbinden ehrlichen Austausch mit Bewegung, Yoga, Momenten der Ruhe, gutem Essen und langen Gesprächen. Ich teile dabei Elemente, die mir selbst auf meinem Weg geholfen haben. Gleichzeitig bekommt jeder Mensch den Raum, den eigenen Fragen und der eigenen Richtung nachzugehen.

Vier der zehn Plätze sind bereits vergeben. Zwei weitere Interessierte überlegen aktuell noch. Wer spürt, dass dieses Wochenende gerade passen könnte, kann sich unverbindlich melden.

 

Alle Termine, Vortragsformate und Informationen zum Retreat findest du auf meiner neuen Speaker-Seite: stefan-lehmann-speaker.de

Für Fragen zum Retreat oder zu einer Veranstaltung erreichst du mich per E-Mail unter info@stefan-lehmann-speaker.de

Vielleicht beginnt Veränderung mit einer ehrlichen Frage

 

Die beiden Abende im Marienschacht und in der Herkuleskeule waren sehr unterschiedlich. Trotzdem haben sie mir dieselbe Sache gezeigt: Menschen wünschen sich echte Geschichten und Begegnungen, in denen nicht alles glatt und perfekt erscheinen muss.

Unsere Vergangenheit lässt sich nicht verändern. Aber wir können entscheiden, welchen Platz sie in unserem heutigen Leben einnimmt und wie wir unser nächstes Kapitel gestalten.

Vielleicht braucht es dafür zunächst keine große Antwort. Vielleicht beginnt Veränderung mit einer einzigen ehrlichen Frage: Bin ich in meinem Leben eigentlich noch bei mir?

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